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Statistik Erstanfragen

Notfallseelsorge zieht Bilanz: 98 Erstalarmierungen im Jahr 2018!

Die ökumenische Notfallseelsorge im Kreis Kleve zieht Bilanz: 98 Mal wurden Notfallseelsorger im vergangenen Jahr alarmiert, um „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten.  Damit hat sich die Zahl der Einsätze gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20% erhöht. In Berichten über größere Unfälle oder andere tragische Ereignisse ist es selten mehr als eine Randnotiz: „Notfallseelsorger waren vor Ort“, heißt es meistens knapp. Es ist ein stiller, aber wichtiger Dienst, den rund 35 Notfallseelsorger im Kreis Kleve leisten.

Sie werden gerufen bei Unfällen, erfolglosen Reanimationen, Suiziden, sie betreuen Ersthelfer und begleiten den Opferschutz der Polizei, wenn Angehörigen eine Todesnachricht überbracht wird. Notfallseelsorger bleiben, wenn Rettungskräfte wieder aufbrechen müssen. Sie leisten „Erste Hilfe für die Seele“. Menschen, die mit Notfallseelsorgern in Kontakt kommen, befinden sich in akuten Belastungssituationen. Nahe Angehörige sind nach einem plötzlichen Todesfall häufig überfordert. Während sie versuchen, das gerade Geschehene zu verarbeiten, sind um sie herum Rettungskräfte, Notarzt und Polizeibeamte im Einsatz. Notfallseelsorger begleiten die Betroffenen, erklären in solchen Situationen die Abläufe, versuchen Struktur in ein plötzliches und unerwartetes Gefühlschaos zu bringen und begleiten auf Wunsch von Angehörigen den Abschied von Verstorbenen.
Seit drei Jahren engagieren sich zusätzlich auch Ehrenamtliche als Notfallseelsorger.

Seit ihrer Gründung im Kreisdekanat Kleve und Kirchenkreis Kleve vor 20 Jahren ist die ökumenische Notfallseelsorge an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar und wird von der Leitstelle des Kreises Kleve für Feuerschutz und Rettungsdienst oder von der Leitstelle der Kreispolizei Kleve alarmiert. Die Mitarbeiter der Feuerwache Goch haben die Rolle der Einsatzvermittlung übernommen. Die beiden Koordinatoren der Notfallseelsorge, Diakon Berthold Steeger (katholische Kirche) und Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler (evangelische Kirche), organisieren für das Notfallseelsorgeteam regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen. Denn auch die Seelsorgenden brauchen manchmal Hilfe, um mit dem im Einsatz Erlebten klar zu kommen. Weitere Informationen: www.notfallseelsorge-kleve.de.

Erfahrungsaustausch auf dem Flughafengelände im Juni 2018 in Weeze

Anfang Juni 2018 trafen sich die haupt- und ehrenamtlichen Notfallseelsorger des Kreises Kleve auf dem Flughafengelände Weeze-Laarbruch zum Erfahrungsaustausch.

Notfallseelsorge-Gottesdienst am 26.11.2017 in Kevelaer

Die ökumenische Notfallseelsorge lädt ein zu einem ökumenischen Gottesdienst für Angehörige,  Betroffene und Augenzeugen, für Mitglieder von Hilfs- und Rettungsorganisationen, Feuerwehr und Polizei und für Menschen aus Kirche und Öffentlichkeit.

Dieser Gottesdienst ist am Sonntag, 26. November 2017 um 17.00 Uhr in der Clemenskapelle Kevelaer, Klostergarten 1 (Sonnenstr. 35, 47623 Kevelaer).

Der ökumenische NFS-Gottesdienst steht unter dem Thema „mein Name für immer“. Die Predigt halten Pfarrerin Karin Latour und Diakon Berthold Steeger. Die musikalische Gestaltung übernimmt die ‚Musikgruppe Horizonte‘. Anschließend ist Zeit für Begegnung und Gespräche.

Save the date - Notfallseelsorge-Gottesdienst am 26.11.2017

In regelmäßigen Abständen feiert die ökumenische Notfallseelsorge für Angehörige, Betroffene und Augenzeugen, für Mitglieder von Hilfs- und Rettungsorganisationen, Feuerwehr und Polizei und für Menschen aus Kirche und Öffentlichkeit ökumenische Gottesdienste. Der nächste Gottesdienst ist am Sonntag, 26. November 2017 um 17.00 Uhr in der Clemenskirche Klostergarten Kevelaer. Musikalisch wird der Gottesdienst von der Musikgruppe Horizonte aus Kevelaer begleitet.

Der letzte Gottesdienst fand am 07.03.2013 statt.

Der Notfallseelsorge-Gottesdienst ist eine Gelegenheit, der verstorbenen Angehörigen und der Opfer zu gedenken. Im Gottesdienst steht auch die den Christen gemeinsame Hoffnung im Mittelpunkt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Alle, die freiwillig oder beruflich helfen und retten, sollen für ihren Dienst gestärkt und ermutigt werden.
Nach dem Gottesdienst ist Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen.

Besondere Feuerwehr-Auszeichnung am 03.07.2017 für Berthold Steeger und Hubert Lemken

Mit einer besonderen Auszeichnung wurden beim 125-jährigen Jubiläum der freiwilligen Feuerwehr in Uedem Anfang Juni 2017 Berthold Steeger, Diakon, und Hubert Lemken, Geschäftsführer des Kreisdekanates Kleve, für ihr langjähriges großes Engagement in der Koordination der Notfallseelsorge im Kreis Kleve geehrt. Die Ehrung wurde von Kreisbrandmeister Reiner Gilles vorgenommen.

Diakon Berthold Steeger wurde das Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber verliehen. Das silberne Feuerwehr-Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes wird u.a. für hervorragende Leistungen im Feuerwehrwesen an Personen verliehen, die der Feuerwehr angehören. 
Hubert Lemken erhielt die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens. Diese Auszeichnung erhalten Personen, die nicht der Feuerwehr angehören.

Die Idee der Feuerwehr- und Notfallseelsorge entstand 1998 auf Anregung des damaligen Kreisbrandmeisters in einem Kreis von Pfarrern und anderen kirchlichen Mitarbeitern, die neben ihrem Hauptberuf auch im Rettungsdienst oder bei Feuerwehren tätig waren oder sind. Dahinter stand der Gedanke, den Menschen, die als Betroffene, Angehörige oder auch Einsatzkräfte mit Notfällen in Berührung kommen, nicht nur kompetente medizinische, sondern auch menschliche und seelsorgliche Hilfe anzubieten.

Für die Organisation der Notfallseelsorge im Kreis Kleve ist seit 1999 eine ökumenische Koordinierungsgruppe zuständig. Hierzu gehören auch Diakon Berthold
 Steeger aus Kevelaer-Wetten als Koordinator für das Kreisdekanat Kleve und Hubert Lemken vom Büro des Kreisdekanates Kleve.

Schwere Unwetter am 07.06.2016

Schwere Unwetter in den Kreisen Kleve und Wesel - Die Seelsorger kümmern sich auch um die Feuerwehrleute!

Nach belastenden Einsätzen werden Helfer nicht allein gelassen!

Schwere Unwetter haben Anfang Juni 2016 in den Kreisen Wesel und Kleve gewütet, in vielen Städten und Gemeinden sind die Feuerwehren im Dauereinsatz. Den freiwilligen Helfern zur Seite stehen Seelsorger, denen sich die Feuerwehrleute anvertrauen können, wenn sie mit den Erlebnissen nicht zurecht kommen. Diakon Berthold Steeger aus Kevelaer-Wetten ist Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreisdekanat Kleve. „Der Einsatz beim Unwetter“, erklärt er, „ist für die Feuerwehrleute vor allen Dingen körperlich belastend. Die Löschzugführer achten darauf, dass die Kameraden rechtzeitig abgelöst werden.“ Es sei selbstverständlich, dass man sich bei solchen Einsätzen auch gegenseitig helfe. Die seelische Belastung kann, sagt Steeger, bei Wettereinsätzen unterschiedlich sein. Wenn, wie im Kreis Kleve, Keller ausgepumpt werden, ist sie nicht meist nicht besonders hoch, im Kreis Wesel, wo Katastrophenalarm ausgelöst wurde, könne das schon anders aussehen.

„Die Feuerwehrleute bekommen bei ihren Einsätzen manchmal ganz andere Dinge zu sehen“, erklärt Steeger. Tödliche Unfälle etwa können schwer auf einigen Kameraden lasten. Dann ist auch für sie der Notfallseelsorger da, der sich nicht nur um Opfer und Angehörige von Unglücken kümmert, sondern auch um die Helfer. „Das wird in Anspruch genommen“, betont Steeger, die Zeiten, in denen insbesondere die Feuerwehrmänner über ihre Erlebnisse geschwiegen hätten, seien vorbei. Schon während der Ausbildung würden angehende Feuerwehrleute im psychosozialen Unterricht auf schlimme Situationen vorbereitet. „Einige von den jungen Kameraden sehen bei einem Einsatz vielleicht zum ersten Mal einen Toten“, erklärt der Seelsorger, „dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, das ist ganz normal. Das macht etwas mit den Menschen.“

Oft sind die Notfallseelsorger dann schon während des Einsatzes mit vor Ort, um Hilfe leisten zu können. Ansonsten gibt es unmittelbar nach der Rückkehr eine Einsatznachbesprechung, bei der die Erlebnisse aufgearbeitet werden können. Die Gespräche würden „mit einer großen Ernsthaftigkeit“ geführt, sagt der Diakon. „Man merkt, dass die Kameraden einander zuhören, und vieles wird dann schon im Gespräch gelöst.“ Steeger: „Selbstverständlich hat jeder die Möglichkeit, sich in einem vertraulichen Einzelgespräch an mich oder meine Kolleginnen und Kollegen zu wenden.“

Das Team der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Kleve besteht aus rund 35 speziell ausgebildeten katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Für die Betroffenen ist der Dienst kostenfrei und unabhängig von der Religions- oder Konfessionszugehörigkeit.
(Foto: © Peter Weidemann aus pfarrbriefservice.de)

Notfallseelsorge am 04.10.2013 bei den Rescue Days in Geldern

Die ökumenische Notfallseelsorge Kleve ist mit einem eigenen Stand bei den Rescue-Days in Geldern am Sonntag, 6. Oktober 2013 vertreten. Die Rescue Days sind die weltweit größte und bedeutendste Ausbildungsveranstaltung für Rettungskräfte, insbesondere für Feuerwehrleute. Die Stadt Geldern erwartet etwa 800 Teilnehmer aus der ganzen Welt. Anmeldungen aus Süd- und Nordamerika, Südafrika, aus dem asiatischen Raum, aus vielen europäischen Ländern, aber auch aus ganz Deutschland liegen inzwischen vor. Am Besuchertag, zu dem etwa 20.000 Bürgerinnen und Bürger erwartet werden, hat die Bevölkerung Gelegenheit, bei der Ausbildung der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden zuzusehen, sich Rettungsvorführungen anzusehen oder sich bei Hilfsorganisationen wie dem THW, der Bundeswehr, Polizei, der DLRG und weiteren Rettungs- und Hilfsorganisationen zu informieren. Diese Organisationen haben nicht nur Informationsstände aufgebaut, sondern präsentieren sich zudem mit zahlreichen Gerätschaften und großem Fuhrpark.
Der Info-Stand der ökumenischen Notfallseelsorge Kleve befindet sich auf dem Veranstaltungsgelände im Kreuzungsbereich Issumer Str. / Issumer Tor / Nordwall / Ostwall (dort, wo auf der Karte die rote Linie auf die blaue Linie stößt) und ist an den neuen violetten Fahnen mit dem Notfallseelsorge-Logo gut zu erkennen. Erfahrene Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der evangelischen und katholischen Kirche stehen am Sonntag, 6. Oktober 2013 von 10:00 bis 18:00 Uhr zum Gespräch zur Verfügung.

Präses Rekowski würdigt Arbeit der Notfallseelsorge am 13.09.2013

Mülheim a. d. Ruhr/Düsseldorf, 12. September 2013: Der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Manfred Rekowski, hat den Dienst der Notfallseelsorge gewürdigt: „Der Abschied von einem geliebten Menschen, der mitten aus einem Leben gerissen wird, braucht Stationen und Schritte des Innehaltens. Solche Räume zu öffnen für Gesten, für Berührungen, für die Sprache der Religion und für Gebete, Klagen, für Tränen und für das Schweigen, um den Weg zu finden, das Unannehmbare anzunehmen: Das ist die Aufgabe der Notfallseelsorge“, sagte der rheinische Präses beim Konvent der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger in Mülheim an der Ruhr. Wert und Wirkung von Seelsorge ließen sich nur schwer abschätzen. „Aber viele Menschen erinnern sich ein Leben lang an die Stunden und Tage nach dem Verlust eines geliebten Angehörigen – sie erinnern sich daran, was oder wen sie vermisst haben und was sie in dieser Zeit besonders belastet hat. Aber sie erinnern sich oft auch, wer bei ihnen war und ihnen Hilfe und Beistand anbot und das Unerträgliche mit aushielt“, erläuterte Manfred Rekowski.
Die 48 Notfallseelsorgesysteme im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland werden in der Regel ökumenisch verantwortet. Rund 750 pastorale Mitarbeitende und etwa 350 ehrenamtlich Mitarbeitende wurden 2012 zu rund 3800 Einsätzen der Notfallseelsorge gerufen; das sind täglich mehr als zehn Einsätze, bei denen Mitarbeitende der Notfallseelsorge zu Menschen gerufen werden, deren Leben durch den Tod eines geliebten Menschen tief greifend erschüttert wird. Dabei fragen die Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht nach konfessioneller oder religiöser Zugehörigkeit, sondern nach dem Bedarf, der für Betroffene in diesen schmerzhaften Lagen entsteht.

Kreis Kleve rüstet Notfallseelsorge am 10.06.2013 mit Einsatzrucksäcken aus

Kleve, 10.06.2013: Diakon Berthold Steeger vom Kreisdekanat Kleve und Pfarrer Joachim Wolff vom Evangelischen Kirchenkreis Kleve freuen sich über neue Einsatzrucksäcke für die ökumenische Notfallseelsorge. Die Kreisverwaltung Kleve hat die stabilen Rucksäcke mit reflektierendem Aufdruck beschafft und stellt sie nun den Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern zur Verfügung. Landrat Wolfgang Spreen unterstützt das Engagement der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Kleve: „Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger sind eine unverzichtbare Hilfe bei Unglücken. Sie leisten Beistand und begleiten Menschen, die in Notfällen mit extremen Situationen konfrontiert werden und Trauer, Wut oder Verzweiflung aushalten müssen.“ Er bedankte sich für die gute und enge Zusammenarbeit der ökumenischen Notfallseelsorge mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst.
Die vom Kreis Kleve beschafften Rucksäcke können nun in den nächsten Wochen - Dank der großzügigen Spende der Rotarier - von den Koordinatoren bestückt werden. Danach werden sie den einzelnen Notfallseelsorgenden zur Verfügung gestellt. (Foto: NFS Kleve)

Rotarier spenden 4500 Euro am 03.06.2013 für Notfallseelsorge

Kleve, 3. Juni 2013: Die Rotary-Clubs Kleve, Geldern und Kleve Schloss Moyland spenden der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Kleve gemeinsam 4.500 Euro für den Inhalt von 45 Notfallseelsorge-Rucksäcken, die in Kürze vom Kreis Kleve an die Notfallseelsorge überreicht werden. Damit wird die notwendige Ausrüstung der 45 Notfallseelsorgenden aus beiden Kirchen weiter vervollständigt. Für diese großzügige Spende bedanken sich die beiden Koordinatoren Diakon Berthold Steeger und Pfarrer Joachim Wolff im Namen aller Notfallseelsorgenden im Kreis Kleve sehr herzlich bei den zahlreichen Rotariern aus den drei Clubs, die das Geld zusamnmengelegt haben.

Auf dem Foto sind abgebildet von links: Dechant Theodor Prießen, Pfarrer Robert Arndt, President Kleve Leo Siebers, President Geldern Hans-Dieter Kahrl, Pastpresident Klaus Hommel als Vorsitzender des Rotarischen Hilfsfonds Kleve Schloss Moyland und Kreisdechant, Propst em. Theodor Michelbrink. (Foto: privat)

Ökumenische Notfallseelsorge zieht Bilanz am 14.03.2013

Die ökumenische Notfallseelsorge im Kreis Kleve zieht Bilanz. 72 Mal wurden Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger im vergangenen Jahr alarmiert, um „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten. In den meisten Einsätzen (31%) ging es darum, Angehörige zu begleiten, wenn ein Mensch plötzlich verstorben war oder nicht mehr wiederbelebt werden konnte. In der Statistik für 2012 steht an zweiter Stelle die Überbringung einer Todesnachricht (26 %) gemeinsam mit den Opferschützern der Kreispolizei Kleve. Die Anzahl der Einsätze anlässlich eines Suizides lag mit 14 % etwas über der Einsatzzahl aufgrund eines tödlichen Verkehrs- oder Arbeitsunfalls (12 %). Für alle Beteiligten wiegen die Einsätze bei Kindernotfällen oder plötzlichem Kindstod besonders schwer, die immerhin 6 % aller Einsätze ausmachten. Insgesamt zehnmal mussten weitere Notfallseelsorgende für die Betreuung von Überlebenden, Angehörigen, Hinterbliebenen, Vermissenden, Ersthelfer, Zeugen oder auch Einsatzkräften nachalarmiert werden.

Die durchschnittliche Einsatzdauer betrug drei Stunden, wobei jeder der eingesetzten Notfallseelsorgenden im Schnitt 35 Kilometer pro Einsatz mit dem eigenen PKW zurücklegen musste. Müssten alle Einsätze von nur einer Person bewältigt werden, betrüge die Einsatzdauer nach Arbeitstagen gerechnet fünfeinhalb Wochen. Erfreulicherweise teilen sich aber rund 40 Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger beider Kirchen diese Aufgabe. Seit ihrer Gründung vor 14 Jahren ist die ökumenische Notfallseelsorge rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar und wird von der Leitstelle des Kreises Kleve für Feuerschutz und Rettungsdienst oder von der Leitstelle der Kreispolizei Kleve alarmiert. Die Mitarbeitenden der Feuerwache Goch haben die Rolle der Einsatzvermittlung übernommen.

Die beiden Koordinatoren der Notfallseelsorge, Diakon Berthold Steeger (katholische Kirche) und Pfarrer Joachim Wolff (evangelische Kirche) organisieren für das Notfallseelsorgeteam regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen. Denn auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger brauchen manchmal Hilfe, um mit belastenden Ereignissen klar zu kommen. Im vergangenen Jahr haben die beiden Koordinatoren auch Fortbildungen für den Rettungsdienst, die Polizei und die Feuerwehr durchgeführt, um sie mit der Arbeitsweise der Notfallseelsorge vertraut zu machen. In einigen Fällen wurde nach stark belastenden Einsätzen eine Einsatznachsorge für die Rettungskräfte angeboten.

Die Ökumenische Notfallseelsorge wird von den Kirchen über Kirchensteuermittel, Spenden und Kollekten finanziert. Der Kreis Kleve beteiligt sich an der Finanzierung der Ausrüstung, da die Notfallseelsorge inzwischen wichtiger Bestandteil der psychosozialen Notfallversorgung im Kreis Kleve ist.

Aus dem Nachbarkreis Wesel 10.05.2012

Im benachbarten Kreis Wesel wurden am 5. Mai 2012 im Rahmen eines feierlichen ökumenischen Gottesdienstes in Wesel 18 ehrenamtliche Mitarbeitende in der Notfallseelsorge in ihr neues Amt eingeführt. Der Beauftragung ging eine spezielle einjährige theoretische und praktische Ausbildung voraus, die u. a. Rollenspiele, Gesprächstraining, Übungen mit Einsatzkräften bis hin zu Praktikumseinsätzen umfasste und speziell auf den Dienst als Seelsorger in Notsituationen vorbereitete.

Superintendent Ferdinand Isigkeit und Kreisdechant Stefan Sühling betonten, wie wichtig neben der Arbeit der Rettungskräfte auch die geistliche Sorge um in Not geratene Menschen ist. Zur Notfallseelsorge gehört dabei nicht nur das Gespräch; manchmal ist es auch das Zuhören, das für betroffene Angehörige oder Eltern etwa nach schweren Verkehrsunfällen wichtig ist.

Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Notfallseelsorge erhielten nicht nur eine Beauftragungsurkunde, sondern wurden auch von den Ausbildungsleitern Pfarrer Bernhard Ludwig, Pastoralreferent Adolfo Terhorst und Pfarrer Joachim Wolff mit Einsatzrucksäcken und Einsatzjacken ausgestattet, die vom Kreis Wesel finanziert wurden. Vorstandsmitglied Lars Rentmeister vom Kreis Wesel überreichte darüber hinaus auch Dienstausweise. „Es freut mich, dass Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises sich bereit erklärt haben, ehrenamtlich in der Notfallseelsorge tätig zu sein. Das ist nicht selbstverständlich und verdient Anerkennung“, so Rentmeister, der den neu Beauftragten im Namen von Kreisverwaltung und Kreistag dankte. Alle Beteiligten betonten die gute und professionelle Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und der Kreisverwaltung in den mittlerweile 12 Jahren ökumenischer Notfallseelsorge im Kreis Wesel.

Matthias Schwartges ein Mann der ersten Stunde 24.04.2012

Die Idee der Notfallseelsorge entstand 1998 in einem Kreis von Pfarrerinnen, Pfarrern und anderen kirchlichen Mitarbeitenden, die neben ihrem Hauptberuf auch im Rettungsdienst oder bei Feuerwehren tätig waren oder sind. Dahinter stand der Gedanke, den Menschen, die als Betroffene, Angehörige oder auch Einsatzkräfte mit Notfällen in Berührung kommen, nicht nur kompetente medizinische, sondern auch menschliche und seelsorgliche Hilfe anzubieten.

Nach einem ersten Austausch beim jährlich stattfindenden ökumenischen Konvent des Kreisdekanates Kleve und des Evangelischen Kirchenkreises Kleve im Oktober 1998 in Xanten folgte schon bald ein Treffen von katholischen und evangelischen Seelsorgern sowie den Leitern der Feuerwehren im Kreis Kleve, initiiert durch den damaligen Kreisbrandmeister Matthias Schwartges. Insgesamt hatten sich über 50 Seelsorger und Seelsorgerinnen bereit erklärt, in der Notfallseelsorge mitzuarbeiten. Weitere Treffen und Seminare fanden in Kevelaer und Kalkar statt. Die ökumenische Notfallseelsorge im Kreis Kleve besteht seit 1999, die Zahl der Ersteinsätze hat sich in den letzten Jahren immer wieder erhöht; im vergangenen Jahr wurde die Notfallseelsorge 84 mal gerufen.

Mit besonderem Einsatz hat Matthias Schwartges in seiner Eigenschaft als Kreisbrandmeister den Aufbau zunächst der Feuerwehrseelsorge im Kreis Kleve mit initiiert und wesentlich geprägt. Matthias Schwartges gehört von Anfang an der Koordinierungsgruppe Notfallseelsorge im Kreis Kleve an und hat in seiner damaligen Eigenschaft als Kreisbrandmeister immer wieder die Kontakte zwischen der Feuerwehr und den Kirchen hergestellt. Auch nach seinem Ausscheiden als Kreisbrandmeister stand er diesem Gremium mit Rat und Tat zur Seite. Nun wurde er aus der Koordinierungsgruppe Notfallseelsorge im Kreis Kleve verabschiedet. Die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche im Kreis Kleve und der Feuerwehr bedanken sich für das unermüdliche, langjährige, große Engagement von Matthias Schwartges und richteten sehr persönliche Worte an ihn.

(Auf dem Foto von links: Probst Theodor Michelbrink, Diakon Bruno Derksen, Superintendent Pfarrer Hans-Joachim Wefers, Pfarrer Joachim Wolff, Diakon Manfred Wiskamp, Kreisbrandmeister a.D. Matthias Schwartges, Hubert Lemken, Diakon Berthold Steeger, Kreisbrandmeister Paul-Heinz Böhmer - NFS Kleve)

Kontakt

Ökumenische Notfallseelsorge
Kreis Kleve

Kreisdekanat Kleve
Wasserstraße 1
47533 Kleve
Telefon 02821 72150
E-Mail kd-kleve@bistum-muenster.de
Internet www.kreisdekanat-kleve.de

Ev. Kirchenkreis Kleve
Nierstraße 1
47574 Goch
Telefon 02823 94440
E-Mail superintendentur.kleve@ekir.de
Internet www.kirchenkreis-kleve.de

Spendenkonto

Kreisdekanat Kleve
IBAN DE52 3245 0000 0030 0053 00
BIC WELADAD1KLE bei der Sparkasse Rhein-Maas
Verwendungszweck: Ökumenische Notfallseelsorge