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Die Notfallseelsorge bietet einen neuen Kurs an


Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger stehen am Niederrhein an 365 Tagen im Jahr an 24 Stunden bereit um Menschen in Krisensituationen zur Seite zu stehen.
Hilfe zur Selbsthilfe, Menschen wieder handlungsfähig machen – das ist kennzeichnend für diese Arbeit. Aber auch: Abschied nehmen können von verstorbenen Kindern oder Erwachsenen, von Menschen, die von jetzt auf gleich nicht mehr Teil des engsten Umfeldes sind.

Um dieses ökumenische Angebot der Kirchen anbieten zu können braucht die Notfallseelsorge regelmäßig Verstärkung und sucht weitere ehrenamtliche Mitarbeitende. Genauer:

  • Menschen, die eine sinnvolle Herausforderung suchen und sich engagieren wollen
  • Menschen, die sich auf die seelische Not anderer einlassen können
  • Menschen, die bereit sind, Zeit zur Verfügung zu stellen

Gesucht werden interessierte Frauen und Männer, ab 30 Jahren, belastbar und mit Lebenserfahrung, die bereit sind, sich für die „Erste Hilfe für die Seele“ schulen zu lassen und in der Rufbereitschaft der Notfallseelsorge mitzuarbeiten.

Es wird eine qualifizierte Ausbildung angeboten, die alle wesentlichen Aspekte des Betätigungsfeldes der Notfallseelsorge umfasst. Der nächste Kurs startet im November dieses Jahrs. 

An der Mitarbeit in der Notfallseelsorge Interessierte können sich melden bei:
Pastoralreferent Peter Bromkamp Tel.: 02366-109731, Mail: bromkamp@bistum-muenster.de
Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler Tel.: 02826-918442 Mail: sabine.jordan-schoeler@ekir.de
Kerstin Pekur-Vogt: Tel: 0157-31337237 Mail: kerstin.pekur-vogt@ekir.de
 

„Solidarität ist in der Krise ein stärkender Faktor“


Wenn sich in diesen Tagen ökumenische Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger vom Niederrhein und Recklinghausen auf den Weg in die von der Unwetterkatastrophe betroffenen Regionen machen, werden sie auf Menschen treffen, die innerhalb von Minuten alles verloren haben. Diese Menschen in ihrem Leid nicht alleine zu lassen, ihnen zuzuhören und da zu sein, wenn die Worte fehlen, ist die Aufgabe der Notfallseelsorger, erklärt der Koordinator für den Niederrhein und Recklinghausen, Peter Bromkamp.

„Für viele Menschen, denen oft manchmal buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, ist das die ,Stunde Null‘“, sagt Bromkamp. Müll und Schutt seien wahrscheinlich schon schnell wieder aus Kellern und von den Straßen geräumt und mit der Zeit werden wieder andere Themen die Nachrichten beherrschen. Doch vor Ort müssten die Menschen weiter damit leben, Erinnerungsstücke und Familienfotos verloren, womöglich sogar Todesopfer in der eigenen Familie beklagen zu haben, erklärt Bromkamp. Und dennoch ist er überzeugt, dass die Menschen nach dieser „Stunde Null“ wieder neue Kraft und neue Hoffnung finden werden.

Er erinnert an die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, als das ganze Land in Trümmern lag – und tatsächlich erinnern die Bilder aus den aktuellen Katastrophengebieten an Aufnahmen aus der Kriegszeit. „Natürlich kann man die Menschen jetzt nicht damit trösten, dass es anderen nach dem Krieg vielleicht noch schlechter ging“, warnt Bromkamp, „Leid ist nicht vergleichbar. Und jeder Einzelne hat ein Recht auf die Würdigung des eigenen Leids.“ Doch für ihn als Seelsorger ist das Wissen, dass es auch nach den schwersten Krisen irgendwann wieder weiter geht, eine wichtige Stütze. Sei es, wenn er nach einem tödlichen Verkehrsunfall Hinterbliebene betreuen muss oder nun in der aktuellen Krisensituation nach der zerstörerischen Sturzflut. „Als Notfallseelsorger helfen wir den Menschen dabei, die Zeit zu überbrücken, bis sie wieder selbst Fuß fassen und ins Handeln kommen können“, sagt er.

Eine Aufgabe, die auch durch die vielen Helfer vor Ort automatisch übernommen wird. „Solidarität ist in der Krise ein stärkender Faktor“, betont Bromkamp. Zu wissen, dass man im Leid nicht alleine gelassen wird, dass sowohl materielle als auch seelsorgliche Hilfe geleistet wird, sei bei der Bewältigung der Situation wichtig. „Die Hilfe macht übrigens etwas mit beiden Seiten“, führt er aus, „Helfen ist eine tolle Erfahrung und es tut uns gut, helfen zu können.“ Helfen werde von Menschen als sinnvoll erlebt, „wir sind soziale Wesen, das merkt man nun an der großen Hilfsbereitschaft.“

Quelle: PBM

Hilfe in akuten Krisensituationen


Das Unglück bei der Loveparade in Duisburg vor elf Jahren, der Absturz der Germanwings-Maschine mit 16 Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrerinnen aus Haltern vor sechs Jahren oder kürzlich der tödliche LKW-Unfall auf der A 2 bei Henrichenburg – das sind Ereignisse, bei denen immer auch die Notfallseelsorge im Einsatz ist. „Aber solche Katastrophen sind eher die Ausnahme. Bei den meisten unserer jährlich rund 150 Einsätze handelt es sich um häusliche Todesfälle“, erklärt Peter Bromkamp. Der Pastoralreferent koordiniert gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Uwe Heubach die ökumenische Notfallseelsorge Emscher-Lippe. Ihr Gebiet, in dem rund 750.000 Menschen leben, umfasst den Kreis Recklinghausen sowie die Städte Bottrop und Gladbeck und damit drei Bistümer sowie drei Kirchenkreise.

80 Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger haben sich in den vergangenen neun Jahren für dieses Ehrenamt qualifiziert. „Die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten hat sich sehr gut entwickelt. Wir werden bei Einsätzen direkt über die Leitstelle der Feuerwehr alarmiert, die online auf unseren Dienstplan zugreifen kann“, berichtet Bromkamp, der selbst auch als Notfallseelsorger unterwegs ist. Die Ersthelfer für die Seele sind an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. „Monatlich muss jeder zwei bis vier Schichten mit jeweils zwölf Stunden übernehmen. So können wir mit unseren Engagierten das komplette Jahr inklusive Weihnachten und Silvester abdecken“, erklärt er und fügt noch hinzu: „Damit sind wir ein verlässlicher Partner für Feuerwehr und Polizei, die unseren Dienst wertschätzen.“ Der Rettungsdienst könne beispielsweise nach einem häuslichen Todesfall mit dem Wissen gehen, dass noch jemand vor Ort sei, der den Betroffenen in ihrer akuten Situation helfe. „Trost spenden können wir nicht, jedoch kann Trost nur entstehen, wenn die Menschen nicht allein gelassen sind“, erklärt der 52-Jährige, der 15 Jahre zunächst im Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen und bis vor drei Monaten in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln als Krankenhausseelsorger tätig war.

Glücklich ist Bromkamp, der nicht nur die Notfallseelsorge Emscher-Lippe, sondern auch die akute Hilfe in den Kreisen Kleve und Wesel koordiniert, über das Notfallseelsorgezentrum in Herten. Hier laufen alle Fäden zusammen. „Das ist einzigartig im Bistum Münster und sicherlich auch in NRW, vielleicht sogar in Deutschland“, berichtet er nicht ohne Stolz. Im Vorfeld stand die Überlegung, dass eine zentrale Anlaufstelle als Ort für Schulungen und als Treffpunkt sinnvoll sei. Das Konzept stieß bei Bernd Kersken, der im Bistum Münster Ansprechpartner für die Notfallseelsorge ist, und Regionalbischof Rolf Lohmann ebenso auf offene Ohren wie bei den Verantwortlichen in den evangelischen Kirchenkreisen. Auch in der Hertener Pfarrei St. Antonius waren die Verantwortlichen von der Idee angetan. „Sie haben uns die ehemalige Wohnung von Pfarrer Christoph Gerdemann angeboten. Bei einer Besichtigung waren wir von den Räumen begeistert. Sie hat einen optimalen Zuschnitt. Wir verfügen nun über ein Büro und einen Schulungsraum sowie über ein Materiallager. Wenn wir Gottesdienste feiern, ist die Kirche direkt nebenan. Da hat ganz viel Heiliger Geist mitgewirkt“, ist Bromkamp überzeugt. Mit Eigenleistungen und Mitteln aus dem Innovationsfond des Bistums wurde aus der Wohnung das Zentrum der Notfallseelsorge.

Im September startet der neue Ausbildungskurs, der mindestens 80 Stunden Theorie sowie eine Praxisphase umfasst. „Er ist schon voll belegt, und für 2022 haben wir eine Warteliste eröffnet“, plagen den Koordinator keine Nachwuchssorgen. Um bei einem Einsatz schnell vor Ort zu sein, sei es wichtig, dass sich genügend Menschen engagieren, die in der Region verteilt leben würden.
Seit einigen Tagen ist auch die neue Internetseite der Notfallseelsorge Emscher-Lippe online. Informationen gibt es unter www.notfallseelsorge-emscher-lippe.de.

Quelle: PBM

Peter Bromkamp ist neuer Koordinator für die katholische Notfallseelsorge - Wortgottesdienst zur Einführung mit Kreisdechant Propst Johannes Mecking


Wenn Peter Bromkamp von Polizei oder Rettungsdienst angerufen und zu einer Adresse geschickt wird, dann wird er vor Ort auf Menschen in Ausnahmesituationen treffen. Menschen, die gerade einen Angehörigen verloren haben, oftmals ohne jegliche Vorwarnung, durch einen Unfall etwa. Manche wollen reden, andere schweigen, wieder andere ihre Wut herausschreien. Peter Bromkamp bleibt dabei an ihrer Seite, er ist Notfallseelsorger.

Ab Donnerstag, 1. April, wird der aus Datteln stammende Pastoralreferent die Notfallseelsorge am Niederrhein, also in den Kreisen Kleve und Wesel, koordinieren. In sein neues Amt wurde er am 21. März in einem ökumenischen Wortgottesdienst in Kevelaer durch Kreisdechant Johannes Mecking eingeführt. Gleichzeitig wurde Yvonne Pohle als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin vorgestellt. „Ich bin sehr dankbar, dass sich die Notfallseelsorge alsZweig kirchlicher Arbeit in den zurückliegenden Jahrzehnten so fest etabliert hat. Notfallseelsorge ist ein Grundbestandteil des Seelsorgeauftrages unserer Kirchen geworden und dies in einem guten ökumenischen Miteinander“, sagte Mecking bei der Einführung.

Bromkamp beschreibt seinen Dienst als „erste Hilfe für die Seele“ für Menschen, denen gerade der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. „Wir sind direkt in die Rettungskette eingebunden
und unsere Aufgabe ist es, in den ersten Stunden für die Menschen da zu sein, die gerade eine persönliche Katastrophe erleben“, erklärt er. Dabei spiele es weder eine Rolle, welcher Konfession sie angehören noch, ob sie überhaupt gläubig sind. „Die Menschen sind meistens einfach froh, wenn wir da sind“, hat er erfahren.

Seine Aufgabe als Koordinator der Notfallseelsorge wird es sein, das ökumenisch aufgestellte Team, zu dem viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gehören, richtig einzusetzen und auch den Kontakt zum Rettungswesen, zur Polizei und den Leitstellen zu halten. Erfahrung darin hat er bereits in Recklinghausen gesammelt, wo er die Notfallseelsorge seit fünf Jahren koordiniert.

Quelle: PBM

Statistik Erstanfragen

Notfallseelsorge zieht Bilanz: 83 Erstalarmierungen im Jahr 2020

Statistik Erstanfragen

Notfallseelsorge zieht Bilanz: 98 Erstalarmierungen im Jahr 2018!

Die ökumenische Notfallseelsorge im Kreis Kleve zieht Bilanz: 98 Mal wurden Notfallseelsorger im vergangenen Jahr alarmiert, um „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten.  Damit hat sich die Zahl der Einsätze gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20% erhöht. In Berichten über größere Unfälle oder andere tragische Ereignisse ist es selten mehr als eine Randnotiz: „Notfallseelsorger waren vor Ort“, heißt es meistens knapp. Es ist ein stiller, aber wichtiger Dienst, den rund 35 Notfallseelsorger im Kreis Kleve leisten.

Sie werden gerufen bei Unfällen, erfolglosen Reanimationen, Suiziden, sie betreuen Ersthelfer und begleiten den Opferschutz der Polizei, wenn Angehörigen eine Todesnachricht überbracht wird. Notfallseelsorger bleiben, wenn Rettungskräfte wieder aufbrechen müssen. Sie leisten „Erste Hilfe für die Seele“. Menschen, die mit Notfallseelsorgern in Kontakt kommen, befinden sich in akuten Belastungssituationen. Nahe Angehörige sind nach einem plötzlichen Todesfall häufig überfordert. Während sie versuchen, das gerade Geschehene zu verarbeiten, sind um sie herum Rettungskräfte, Notarzt und Polizeibeamte im Einsatz. Notfallseelsorger begleiten die Betroffenen, erklären in solchen Situationen die Abläufe, versuchen Struktur in ein plötzliches und unerwartetes Gefühlschaos zu bringen und begleiten auf Wunsch von Angehörigen den Abschied von Verstorbenen.
Seit drei Jahren engagieren sich zusätzlich auch Ehrenamtliche als Notfallseelsorger.

Seit ihrer Gründung im Kreisdekanat Kleve und Kirchenkreis Kleve vor 20 Jahren ist die ökumenische Notfallseelsorge an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar und wird von der Leitstelle des Kreises Kleve für Feuerschutz und Rettungsdienst oder von der Leitstelle der Kreispolizei Kleve alarmiert. Die Mitarbeiter der Feuerwache Goch haben die Rolle der Einsatzvermittlung übernommen. Die beiden Koordinatoren der Notfallseelsorge, Diakon Berthold Steeger (katholische Kirche) und Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler (evangelische Kirche), organisieren für das Notfallseelsorgeteam regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen. Denn auch die Seelsorgenden brauchen manchmal Hilfe, um mit dem im Einsatz Erlebten klar zu kommen. Weitere Informationen: www.notfallseelsorge-kleve.de.

Kontakt

Ökumenische Notfallseelsorge
Kreis Kleve

Kreisdekanat Kleve
Wasserstraße 1
47533 Kleve
Telefon 02821 72150
E-Mail kontakt@notfallseelsorge-kleve.de
Internet www.kreisdekanat-kleve.de

Ev. Kirchenkreis Kleve
Nierstraße 1
47574 Goch
Telefon 02823 94440
E-Mail superintendentur.kleve@ekir.de
Internet www.kirchenkreis-kleve.de

Spendenkonto

Kreisdekanat Kleve
IBAN DE52 3245 0000 0030 0053 00
BIC WELADAD1KLE bei der Sparkasse Rhein-Maas
Verwendungszweck: Ökumenische Notfallseelsorge